Ernährung & Konsum – Ist Bio wirklich Bio?

Workshop

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Nahrungsmittel – wir kaufen sie ein, wir verarbeiten sie, wir brauchen sie. Sie sind aus unserem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. Aber wie gehen wir damit um? Welche Auswirkungen stecken hinter den Produkten? Wie sind Nahrungsmittel in die Wirtschaft eingebunden und wie viel Einfluss hat der Staat?

Dass die Nahrungsmittelproduktion und unser Umgang mit Essen gravierende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben, ist allgemein bekannt. 50% aller Lebensmittel in Deutschland werden weggeworfen, an der Börse treiben Spekulanten die Weizenpreise in die Höhe, der konventionelle Anbau zerstört ganze Ökosysteme und die Esskultur hat sich vom häuslichen Esstisch ins Auto verlagert und zum „Coffee to go“ entwickelt.

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In diesem Workshop wollen wir das Thema Nahrungsmittelkonsum, das mit vielen Fragen verbunden ist, aus Perspektive der vier Säulen der Nachhaltigkeit betrachten. Wir wollen versuchen, die Verflechtungen mit anderen Bereichen des Lebens herauszuarbeiten, sie verstehen und aufgrund dieser Erkenntnisse Handlungsansätze entwickeln, wie Nahrungsmittelproduktion und –konsum nachhaltig verändert werden können.

Zu Beginn des Workshops werden wir gemeinsam alle Fragen sammeln, die wir mit diesem weitläufigen Thema verbinden. Im Laufe der Woche werden wir täglich Input von „Alternativen Nobelpreisträgern“ (z.B. von Anwar Fazal, dem Mitbegründer von Consumer International) oder Preisträgern des Deutschen Umweltpreises erhalten, sowie von renommierten Wissenschaftlern oder Vertretern diverser NGO´s oder Initiativen. Gemeinsam wollen wir uns ein ganzheitliches Verständnis der Problematik erarbeiten.

Dafür werden wir die Problemstellung jeden Tag jeweils aus Sicht einer der vier Säulen der Nachhaltigkeit betrachten: Ökonomie, Ökologie, Staat/Soziales, Kultur.

Wir beschäftigen uns zunächst mit den Ursachen und Auswirkungen von Nahrungsmittelspekulationen, gehen der Frage nach, wie Preise entstehen, welche Rolle die WTO dabei spielt und was das ganze mit Post-Wachstumsgesellschaft zu tun hat.

Wir untersuchen die Auswirkungen von Monokulturen auf die Biodiversität, diskutieren verschiedene Formen der Landwirtschaft und fragen uns, ob Bio gleich Bio ist?

Wir analysieren die Bedeutung von Verbraucherrechten und Verbraucherorganisationen und betrachten kritisch die Arbeitsbedingung bei der Nahrungsmittelproduktion in verschiedenen Ländern.

Welchen Wandel des Lebensstils brauchen wir? Was spricht für Veganismus oder Vegetarismus und welchen Wert hat Ernährung heute noch in unserer Gesellschaft? Kann Bildung und Spiritualität etwas an diesem Dilemma ändern? Diesen und vielen anderen Fragen werden wir während der Workshop-Zeit nachgehen.

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Moderatoren

Therese Hertel

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Mein Name ist Therese. Ich bin Alumnus der Technischen Universität München im Masterstudiengang “Sustainable Resource Management”. Je mehr ich mich mit Bio-Produkten und deren Zertifizierung beschäftigt habe, desto mehr Fragen kamen auf, aber ich fand kaum klare und befriedigende Antworten. Von da an habe ich mich viel mit den Themen Nahrungsmittelproduktion und –verbrauch beschäftigt. Während meines Studiums wurde mir die Bedeutung und Verbindung von konventioneller Ressourcennutzung und deren Abbau in Bezug auf Umweltzerstörung – Landwirtschaft sei hier nur als Beispiel genannt – immer klarer. Nichtsdestotrotz blieben viele Fragen unbeantwortet.

Da landwirtschaftliche Produkte bei jedem von uns täglich eine Rolle spielen, denke ich, dass es wichtig ist, mehr über die Herkunft, die Herstellung und deren (positive und negative) Auswirkungen zu verstehen. Wenn jeder mehr über diese Zusammenhänge versteht ist auch jeder in der Lage ganzheitliche Entscheidungen zu treffen, sein Konsumverhalten zu verändern und die richtigen Fragen zu stellen. Fragen an die Hersteller, die Vertreiber und an andere Verbraucher.

Marie-Christine Scharf

30 Jahre, Freising, Deutschland
Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung an der TU München

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung an der TU München/Weihenstephan. Sowohl in meiner Masterarbeit im Studiengang International Food Business and Consumer Studies an der Uni Kassel als auch meiner Diplomarbeit im Fach Oecotrophologie an der HS Fulda habe ich mich mit Bio-Lebensmitteln und Fairem Handel beschäftigt.
Mich haben schon bald die Gesellschafts- und Umweltaspekte im Zusammenhang mit unserer Ernährung am meisten interessiert. Ich wollte besonders die Hintergründe und globalen Zusammenhänge der Klima- und Welternährungsproblematik verstehen. Ganz besonders wichtig ist mir die Aufklärung und Wissensvermittlung. Denn wer die Hintergründe kennt und sich der eigenen Verantwortung bewusst ist, kann daraus seine Motivation schöpfen, nachhaltiger zu handeln.

Auf die Youth Future Conference bin ich genau deshalb aufmerksam geworden, da sie hier eine wunderbare Möglichkeit bietet, junge Menschen zu erreichen und zu begeistern. Ganz besonders freue ich mich, den Workshop Konsum und Ernährung mitzuleiten, da er inhaltlich genau mein Interessen- und Fachgebiet trifft.

Laura Maier

24 Jahre, Köln, Germany
Studiert in Köln Ethnologie und Afrikanistik

Über einen meiner zahlreichen E-Mail Verteiler habe ich von der Youth Future Konferenz erfahren und war sofort begeistert. Als ich gesehen habe, dass noch Verstärkung bei der Workshopleitung für den Workshop „Konsum und Ernährung“ gesucht wurde, musste ich mich einfach augenblicklich auf diese Stelle bewerben – trotz dem Umstand, dass ich gerade viel Gas geben muss, um meinen Bachelor zu beenden. Meine Bachelorarbeit trägt den Titel „Nachhaltige und friedensfördernde Lebensstile an den Beispielen Permakultur und Rastafari“; so versuche ich in meiner Ausbildung Schwerpunkte auf Bereiche zu legen, dir mir auch persönlich sehr am Herzen legen.
Begonnen hat alles nach dem Abi mit einem einjährigen Freiwilligendienst mit weltwärts in Kenia. All die Erfahrungen, die ich in diesem Jahr sammeln konnte, führten zu einem Perspektivenwechsel, der seit dem mein Leben beeinflusst. Ich habe verstanden, dass wir eine nachhaltigere Welt brauchen – und dass sich vor allem bei uns in globalen Norden etwas ändern muss! Durch meine ehrenamtliche Arbeit in verschiedenen Projekten in Deutschland, vor allem zu den Themen fairer Handel und Ernährung, versuche ich das zu unterstützen, woran ich ganz fest glaube: Dass jede/r Einzelne etwas bewegen kann und dass wir es gemeinsam schaffen können, eine bessere Zukunft zu erschaffen!

Weitere Workshops:
Our soil and common groundExperience post growth! For a better economy and societyWater - should a common resource be privatized?Renewable energies between centralism & autonomyFood consumption - is organic really saving the planet?Environmental Lobbying - advocating for nature or manipulation?Education and its role in saving earth´s eco-systems?Photography as a means to promote social changeThe web of live - why and how connections matter (german)

Workshop

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Food – we buy food, we process it, we grow it – it is part of our daily life. But how do we deal with food and its consumption? What are the hidden impacts on environment and people within in the food production process? How is economy manipulating food production and pricing?

The way food is grown and produced has a huge impact on the environment as well as on the people. So does our attitude towards food. Piles of food are being bought and then thrown away. Stock exchange is speculating with wheat and sets the prices. Conventional agriculture destroys whole ecosystems and we eat food more often in cars or “to go” than at home.

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In this workshop we will encircle the topic of food consumption and its connection to other areas of our daily life. Food consumption comes with many open questions, as the system is very complex and interweaved. We try to give this chaos a bit of a structure.

How we do this? We will collect questions and what you always wanted to know about consumption. During the week we get input from laureates of the Right Livelihood Award (e.g. Anwar Fazal, founder of consumer International) and the German Environmental Award as well as other renowned speakers from universities, initiatives and NGOs. Together we try to get a holistic understanding of the topic. To do so we will look at it from the four pillars of sustainability: Economy, Ecology, Social issues / Politics and Culture.
We are going to talk and learn about food speculation, the influence of the WTO and other institutions on food production and the formation of prices, how prices are generated and what this has to do with post-growth-economy.
We will discuss ecological impacts of crops cultivation, different forms of agriculture, and whether organic is always climate/environmental friendly, etc.. We will look at the importance of consumer rights and consumer associations, and working conditions in food producing countries. We will also think about a change of lifestyle, veganism vs. meat consumption, about the status of food in our culture, and what role education plays in this drama.

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Hosts

Therese Hertel

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My name is Therese. I am an alumnus of the „Sustainable Resource Management“ Masters program of the Technische Universität München. When I familiarised myself with organic products, their certification system and labels – I had a lot of questions and barely found answers that really satisfied me. Since then I have been connected to the topic of food, food production and consumption. Throughout my studies the environmental consequences of conventional resource usage and extraction, agriculture being just one example, their connectivity and consequences became clearer to me. Yet a lot of questions remained unanswered. Because agricultural products are used/consumed by everyone at least several times a day, I think it is important to know more about their origin, the manufacturing process, their impacts (good and bad). By knowing more everyone is able to make sound decisions about consumption behaviours and is also able to start asking the right question to producers, retailers and other consumers.

Marie-Christine Scharf

30 years, Freising, Germany
Working group Sustainable Nutrition at TU München

I am a scientific assistant in the working group Sustainable Nutrition at the TU München/Weihenstephan. After a Diploma in Nutritional Science I did my Master’s degree in International Food Business and Consumer studies. I put the focus during both studies on the topics of organic food and fair trade.

I started to be very interested in the social and environmental aspects of nutrition because I wanted to understand the background and global connections of climate change and the problem of world nutrition. Especially important to me is the education and the transfer of knowledge since people can get their motivation for a more sustainable lifestyle from knowing about the backgrounds and becoming aware of their own responsibility.

The Youth Future Conference caught my interest exactly fort hat reason. It offers a great possibility to reach young people and to get them involved into the topic of sustainability. I’m especially happy to conduct the workshop on food and consumption since it focuses exactly on my field of interest and area of expertise.

Laura Maier

24 years, Cologne, Germany
Studies Anthropology and African Studies in Cologne

When I heard about the Youth Future Conference I was immediately hooked! And when I saw that the team was looking for another workshop leader for the workshop „Food and Consumption“, I had just had to instantly apply for it – despite the fact, that I really have to work hard these days in order to finish my bachelor’s degree. My thesis is entitled „Sustainable and peace-promoting lifestyles: Permaculture and Rastafari“ – in my academic training I try to put emphasis on areas that I also personally care much about.

It all started with a one-year volunteer service in Kenya that I did after finishing school. All the experiences that I gained during that year led me to gain a new perspective, that influenced my life ever since. I understand that we need a more sustainable world – and that something has to change, especially we in the “global north”! Through my voluntary work in Germany in various projects, in which my focus has been fair trade and food, I try to support what I believe quite firmly: That each individual can make a difference, and that we can create a better future together!

Further workshops:
Our soil and common groundExperience post growth! For a better economy and societyWater - should a common resource be privatized?Renewable energies between centralism & autonomyFood consumption - is organic really saving the planet?Environmental Lobbying - advocating for nature or manipulation?Education and its role in saving earth´s eco-systems?Photography as a means to promote social changeThe web of live - why and how connections matter (german)